Meist mit Karte, aber Bargeld bleibt griffbereit

Bargeldlos? Nicht ganz

An einer Schweizer Kasse können Sie kontaktlos mit Karte, mit einer farbigen Banknote oder per TWINT-QR zahlen. Für ein verlässliches Reiseportemonnaie genügen zwei dieser drei Wege.

Die Schweiz zahlt selbstverständlich digital, behandelt Bargeld aber keineswegs wie ein Relikt. Debitkarten führen an der Ladenkasse, mobile Bezahl-Apps haben stark zugelegt und Bargeld bleibt die zweithäufigste Zahlungsart. Für Reisende ist diese Mischung angenehm: Sie müssen nicht jede lokale App nachbauen, sollten aber auch nicht mit nur einem elektronischen Zahlungsweg anreisen.

Die kurze Antwort Nutzen Sie eine Visa- oder Mastercard mit niedrigen Auslandsgebühren als Hauptzahlungsmittel, bewahren Sie eine zweite Karte getrennt auf und nehmen Sie eine kleine CHF-Reserve in verschiedenen Stückelungen mit. TWINT Prepaid kann mit geeigneter Mobilnummer und erfolgreicher Identitäts- und Adressprüfung funktionieren. Die Einrichtung steht jedoch nicht allen offen, und für die Auszahlung von Restguthaben ist ein Schweizer Bankkonto nötig. Bei kurzen Reisen sind internationale Karten plus Bargeld meist einfacher.

Drei Zahlungswege sind besser als die vermeintlich perfekte App

HAUPTKARTEGünstige Visa oder MastercardBACKUP-KARTEGetrennt aufbewahren oder anderes KartennetzCHF GEMISCHT10-, 20- und 50-Franken-Noten

TWINT ist ein lokales Bezahlsystem, aber für Gäste nicht völlig verschlossen

Bei vielen Zahlungen zwischen Handys und per QR ist TWINT in der Schweiz allgegenwärtig. Mit der Prepaid-App sind Alltagszahlungen auch ohne verknüpftes Schweizer Bankkonto möglich; Guthabencodes verkaufen unter anderem die Schweizerische Post und Coop. Für die Registrierung braucht es jedoch eine unterstützte Mobilnummer sowie eine Identitäts- und Adressprüfung. TWINT ist deshalb eine bewusst vorzubereitende Option und kein garantierter Schnell-Download nach der Landung.

Restguthaben macht die Rechnung weniger einfach

DER BESUCHER-TWINT-TESTEINRICHTEN · AUFLADEN · RESTGUTHABEN
RegistrierungGeeignete Mobilnummer und Identitätsprüfung
FinanzierungGuthabencode oder geeignete Verknüpfung
Täglicher GebrauchZahlungen im Geschäft und an Privatpersonen
AuszahlungSchweizer Bankkonto erforderlich

Bargeld gehört in der Schweiz weiterhin zum Alltag

In der Unternehmensumfrage der SNB von 2024 akzeptierten 98 Prozent der Befragten Bargeld. Auch in der Bevölkerungsumfrage von 2025 lag Bargeld noch auf Platz zwei hinter Debitkarten; nur 2 Prozent sprachen sich für seine Abschaffung aus. Ein einzelner Betrieb kann durch einen Hinweis oder vereinbarte Zahlungsbedingungen trotzdem bargeldlos sein. Landesweit ist jedoch das gemischte Portemonnaie die Norm, nicht der völlige Verzicht auf Bargeld.

Am Automaten und Terminal immer CHF wählen

Ein Geldautomat oder Kartenterminal kann anbieten, den Betrag in Ihrer Heimatwährung abzurechnen. Dahinter steckt die dynamische Währungsumrechnung mit einem eigenen Kurs und Aufschlag am Zahlungsort. Wählen Sie CHF, sofern Sie das vollständige Angebot nicht verglichen haben und sicher wissen, dass es günstiger ist als die Umrechnung Ihres Kartenanbieters. Entscheidend sind die Gesamtkosten aus Automatengebühr, Wechselkurs und Auslandsgebühr Ihrer Karte.

Nur so viel abheben, wie sich gut ausgeben lässt

In Städten und an Verkehrsknotenpunkten sind Geldautomaten leicht zu finden; in kleinen Tälern kann der nächste jedoch weiter entfernt sein. Heben Sie genug für die nächste Reiseetappe ab, statt eine übergroße Reserve mitzunehmen. Achten Sie auf brauchbare Stückelungen und prüfen Sie vor der Bestätigung sowohl die angezeigte Automatengebühr als auch die Abhebungsbedingungen Ihrer Bank.

Auch eine mobile Wallet bleibt an ein einziges Gerät gebunden

Mit Apple Pay oder Google Pay läuft kontaktloses Bezahlen in der Schweiz oft fast nebenbei. Ein leerer Akku, ein beschädigtes Handy oder eine zusätzliche Sicherheitsabfrage kann diesen Weg jedoch plötzlich sperren. Bewahren Sie deshalb mindestens eine physische Karte samt PIN getrennt vom Handy auf. Eine unauffällige Reserve ist nützlicher als ein komplizierter Stapel von Apps.